Anreise, Rundgang
- Anreise über S8 bis Marienplatz, von dort mit der U3 zum Olympiazentrum
- Ticket: 2 x Tagesticket Gruppe (je 5 Erwachsene), 26,80€
- Rundgang über das Olympiagelände, 3-4km: Komoot-Tour
- Übersicht Olympiagelände
- Skylift am Olympiagelände
Geschichte der Spiele
Aus:Ferdinand Kramer, Olympische Sommerspiele, München 1972, publiziert am 26.8.2022 in: Historisches Lexikon Bayerns, URL: <[http://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Olympische_Sommerspiele,_München_1972](http://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Olympische_Sommerspiele,_M%C3%BCnchen_1972)> (25.12.2025)
Das offizielle Plakat der Spiele:

Vorbereitungen
Die Vorbereitungen hatten 1965 mit der dann 1966 erfolgreichen Bewerbung begonnen. Der Vorschlag, in der bayerischen Landeshauptstadt Olympische Spiele auszutragen, ging vom Präsidenten des Nationalen Olympischen Komitees, Willi Daume (1913–1996), aus. Er darf als “Vater der Spiele” bezeichnet werden. Im Oktober 1965 trat Daume an den Oberbürgermeister von München, Hans-Jochen Vogel (SPD, 1926–2020, Oberbürgermeister 1960-1972), heran. Vogel holte die Zustimmung und Unterstützung des bayerischen Ministerpräsidenten Alfons Goppel (CSU, 1905–1991, Ministerpräsident 1962–1978) ein. Gemeinsam konnten sie am 29. November 1965 auch den aus dem bayerischen Fürth stammenden und in Gmund a.T. lebenden Bundeskanzler Ludwig Erhard (CDU, 1897–1977, Bundeskanzler 1963–1966) gewinnen. In wenigen Wochen wurden die Bewerbungsunterlagen ausgearbeitet und am 31. Dezember 1965 beim Olympischen Komitee eingereicht. Dieses entschied sich nach kurzen Präsentationen durch Willi Daume und Hans-Jochen Vogel am 26. April 1966 in Rom für München, vor den Bewerbungen aus Detroit, Madrid und Montreal.
Organisation
Die Organisatoren wollten der Welt ein weltoffenes, modernes München, Bayern, eine neue Bundesrepublik Deutschland demonstrieren. Diese Leitidee durchzog die Vorbereitungen und Durchführung der Spiele. Hans „Johnny“ Klein (1931–1996), ein international erfahrener Diplomat und vormaliger Pressereferent von Bundeskanzler Erhard, setzte die Idee ab 1968 als Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Spiele um. Otto „Otl“ Aicher (1922–1991) entwarf das visuelle Konzept der Spiele.
Politischer Kontext
Mit den Olympischen Spielen sahen die Verantwortlichen, von Anfang an Willi Daume, die Chance, das Image der Bundesrepublik Deutschland in der Welt positiv zu gestalten. Das war insofern eine Herausforderung, als Olympia in Deutschland die Weltöffentlichkeit an die Spiele 1936 in Berlin und Garmisch-Partenkirchen
erinnern musste, die zwar von der Weimarer Republik eingeworben, dann aber 1936 unter der Herrschaft der Nationalsozialisten durchgeführt und nach innen sowie außen propagandistisch missbraucht worden waren. Nicht zuletzt war München von den Nationalsozialisten als “Hauptstadt der Bewegung” etikettiert worden. Die Erinnerung an die NS-Zeit wurde durch eine kleine Veranstaltung vor Beginn der Spiele nach Dachau verlagert.
Zahlen, Daten, Fakten zu den Spielen
Von 26. August bis 11. September 1972, 7.147 Sportlerinnen und Sportler aus 122 Staaten, 5.848 Männer und 1.299 Frauen, 21 Sportarten
Die Eröffnungsfeier

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Eröffnung: Bundespräsident Gustav Heinemann erklärte die Spiele um 16:36 Uhr offiziell für eröffnet.
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Entzündung des Feuers: Der 18-jährige westdeutsche Mittelstreckenläufer Günter Zahn entzündete als Schlussläufer des Fackellaufes die olympische Flamme.
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Olympischer Eid: Die Leichtathletin Heidi Schüller sprach als erste Frau in der Geschichte der Olympischen Sommerspiele den Olympischen Eid für die Athleten
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Stadionsprecher: Bekanntes Gesicht im Stadion war unter anderem Joachim Fuchsberger, der als Stadionsprecher fungierte.
Das Olympische Dorf
Das Olympische Dorf wurde nördlich der Hauptwettkampfstätten errichtet und war als eine hochmoderne „Stadt in der Stadt“ konzipiert. Es sollte den Athletinnen, Athleten und Betreuern kurze Wege, modernste Infrastruktur und Orte der Begegnung bieten.
Konzept & Architektur
- Architektur & Planung: Das Männer-Dorf (Männerbereich) wurde von der Architektengemeinschaft Heinle, Wischer und Partner entworfen. Der Bereich für die Frauen (Studentenstadt/Frauendorf) stammte von Eckert & Partner.
- Autofreie Fußgängerebene: Eine zentrale Besonderheit war die konsequente Trennung von Fußgänger- und Fahrzeugverkehr. Der gesamte Autoverkehr wurde unter die Erde verlegt. Auf der oberen Ebene entstand eine weitläufige, autofreie Fußgängerzone mit Grünflächen, Läden, Post, Banken und Gastronomie.
- Farb- und Leitsystem: Otl Aicher und sein Team gestalteten ein ausgeklügeltes Orientierungssystem. Bunte Röhren, Podeste und Medienstraßen an den Decken der überdachten Fußgängerwege dienten nicht nur als Installationsschächte für Strom und Kommunikation, sondern halfen durch klare Farbcodierung bei der Orientierung.
- Bungalow-Dorf (Frauendorf): Der Wohnbereich der Frauen bestand aus zweigeschossigen, dicht aneinandergebauten Bungalows. Diese Architektur sollte eine dörfliche, intime Atmosphäre schaffen.
Nachnutzung (Nacholympisches Konzept)
Das Olympische Dorf war von Beginn an als nachhaltiges städtebauliches Entwicklungsprojekt für die Zeit nach den Spielen geplant:
- Männerdorf: Die Appartements und Terrassenhäuser wurden nach den Spielen in eine begehrte Wohnanlage umgewandelt (heute Heimat für rund 6.000 Menschen).
- Frauendorf (Studentendorf): Das Bungalow-Dorf wurde an das Studierendenwerk München Oberbayern übergeben und dient seitdem als Studentenwohnheim. In den 2000er Jahren wurden die historischen Bungalows größtenteils denkmalgerecht abgerissen und im alten Stil neu aufgebaut. Die Studenten bemalen die Fassaden der Bungalows bis heute individuell, was den Ort einzigartig macht.
Rolle beim Attentat
Im Olympischen Dorf befand sich das Appartementhaus in der Conollystraße 31, in dem das israelische Team untergebracht war und das am 5. September 1972 Schauplatz der Geiselnahme durch die palästinensische Terrororganisation „Schwarzer September“ wurde. Heute erinnert eine Gedenktafel am Gebäude an die Opfer.
Das Attentat
Quelle: [Deininger, Ritzer - Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit](https://www.blz.bayern.de/theyre-all-gone--das-olympiaattentat-1972.html)Link
Am frühen Morgen des 5.9. überfallen 8 Palästinenser, zugehörig der sogenannten Gruppe “Schwarzer September”, das Gebäude Haus Nummer 31 in der Conolly-Strasse. Hier sind auf mehrere Apartments 21 Mitglieder des israelischen Olympia-Teams untergebracht.
In der Vorbereitung der Spiele wurde ein Terrorakt generell ausgeschlossen, entsprechende Szenarien-Planungen von den Verantwortlichen nicht weiter verfolgt. Es sollten heitere Spiele werden, einen Anschlag würde “..sich niemand trauen..“. Entsprechend waren weder die Einsatzkräfte vorbereitet, es gab keine Planungen, keine Waffen zur Abwehr.
Bemerkenswert: Der Münchner Polizeipsychologe Georg Sieber wurde vor den Spielen beauftragt, 26 wissenschaftliche Terror-Szenarien auszuarbeiten, um die Sicherheitskräfte vorzubereiten. - Szenario Nr. 21 beschrieb folgendes: Bewaffnete palästinensische Terroristen dringen ins Olympische Dorf ein, nehmen das israelische Team als Geiseln, fordern die Freilassung von Gesinnungsgenossen und verlangen ein Flugzeug. Die Reaktion: Das Organisationskomitee lehnte die Szenarien ab. Man wollte auf keinen Fall ein hochgerüstetes Polizeiaufgebot zeigen, um das Bild der „heiteren Spiele“ nicht zu stören. Die Wachleute trugen stattdessen helle Mützen und pastellfarbene Trainingsanzüge. Das Szenario 21 trat fast genau so ein.
Der Ablauf: Die Palästinenser nehmen mehrere israelische Sportler und Funktionäre als Geiseln, töten bei der Erstürmung Moshe Weinberg und verletzten Yossel Romano, einen Gewichtheber, schwer. Um 22:35 fliegen die Geiselnehmer mit Ihren Geiseln in 2 Hubschraubern aus dem olympischen Dorf zum Bundeswehr-Fliegerhorst nach Fürstenfeldbruck. Dort ist eine Stunde zuvor eine Lufthansa-Maschine gelandet, in der als Crew verkleidete Polizisten warten. Die Polizisten verweigern jedoch die Mitarbeit in diesem Himmelfahrtskommando, in der Folge kommt es zu einem langen Feuergefecht mit der Polizei. Am Ende sind alle Geiseln, 5 Geiselnehmer und ein Polizist tot.
Die Vorgehensweise der Polizei wird vor allem im Nachhinein als extrem unprofessionell bewertert. Auch fehlt es aus Sicht der Historiker an einer grundlegenden Aufarbeitung des Attentats. Als einzige unmittelbare Folge wird eine Polizei Sondereinheit, die GSG9 gegründet, um in Zukunft für Attentate besser vorbereitet zu sein. Sie wird bei der Befreiung des gekaperten Lufthansa Flugzeuges Landshut 1977 in Mogadischu eingesetzt.
Abschließend ein Zitat von Frank-Walter Steinmeier aus dem Jahr 2017 anlässlich der Einweihung des Gedenkorts im Oberwiesenfeld:
„Zur Wahrheit von 1972 gehört“, sagte er, „dass das aufrichtige Bemühen, dem Publikum ein weltoffenes, friedliches und friedfertiges Deutschland zu präsentieren, auf tragische Weise scheiterte“.Quelle
Austragungsort
Zentraler Austragungsort war das neu errichte Olympiagelände mit Stadion, Halle, Schwimmhalle, Eissportzentrum (Boxen), Radrennbahn (heute SAP-Garden), Werner-von-Linde Halle.
Fotos vom Bau der Olympischen Anlagen
Blick in Richtung Nordwest / Nord
1966: Der Fernmeldeturm entsteht
In dieser Ansicht ist das 1967 fertig gestellte Eissportzentrum Oberwiesenfeld inkl. der darüber befindlichen Freifläche zu sehen (Bildmitte, unten, die beiden rechteckigen Elemente). Die große Fläche in der Mitte des Bildes zeigt die Messe BAUMA 1966. Diese Messe fand von 1962 bis 1967 an dieser Stelle statt. Die dunklen Flächen zeigen Schrebergärten, unten links sieht man das Schuttgelände welches in eine Park mit Olympiaberg umgewandelt wurde.
Link
1967: Spatenstich Olympiastadion, Turm fertig gestellt
1968: Erarbeiten großflächig gestartet
1969: Die Konturen von Stadion und Halle entstehen
1970: Die Arbeiten sind überall in vollem Gange
1970: Das Olympische Dorf wird sichtbar, die Konturen des Sees entstehen
Ansicht in Richtung Osten

Heutige Ansicht, Google Maps

Blick in Richtung Süden bzw. SüdWest
1963: Blick in Richtung Süden
Unbebautes Oberwiesenfeld, im unteren Bildschirmbereich die alten Abfertigungshallen (bis 1939 Verkehrs- dann Sportflughafen)
Link
1967: Der Fernmeldeturm entsteht
Der Fernmeldeturm ist 291m hoch, wird bis 2027 kern saniert. Er wurde erst nach seiner Fertigstellung als “Olympiaturm” in das Gesamt-Ensemble des Olympiaparks integriert.
Link
1970: Die Anlangen werden sichtbar
Heutige Ansicht, Google Maps

Weitere Austragungsorte in München
Messgelände an der Theresienwiese
- Gewichtheberhalle: Messehalle 7 (ausgelegt für ca. 3.300 Zuschauer)
- Judo- und Ringerhalle: Messehalle 11 / 12 (ca. 5.750 Zuschauerplätze)
- Fechthallen: Zwei Hallen (Messehalle 11 und Hallenkomplex 1–3) mit Plätzen für ca. 3.200 bzw. 1.000 Zuschauer
Diese Gebäude existieren heute nicht mehr.
Das Reitstadion in Riem und die Schießanlage in Hochbrück lagen außerhalb der Münchner Stadtgrenzen im Landkreis München, gehörten aber eng zur Kern-Infrastruktur der Spiele
Austragungsorte außerhalb der Münchner Stadtgrenzen
Ruderregatta
Während der Spiele im Spätsommer 1972 wurden hier die Wettbewerbe im Rudern und Kanurennsport ausgetragen.
Dimensionen & Architektur
Der Regattatrog misst 2.230 m in der Länge, 140 m in der Breite und 3,5 m in der Tiefe. Entworfen wurde die Gesamtanlage von den Architekten Eberl, Schuck und Partner. Für die Architektur erhielt Michael Eberl 1973 den Preis des Bundes Deutscher Architekten.
Wasserversorgung & Erdaushub
Für das Becken wurden ca. 2,8 Millionen Kubikmeter Erde bewegt, die zu einem großen Teil direkt beim Bau der umliegenden Autobahnen (A92/A99) Wiederverwendung fanden. Das Becken wird von natürlich austretendem Grundwasser des Dachauer Mooses gespeist.
Denkmalschutz & Nutzung
Die gesamte Anlage steht seit 2018 unter Denkmalschutz
Bilder
Ende 1969: Start der Erdarbeiten für die Ruderegatta Anlage im Dachauer Moos

Ende 1970: Das Becken (2230x140x3,5m) ist fertig, Anlagen werden bis August 1971 erstellt
Eiskanal Augsburg
Ursprung des Namens
Der Name geht auf die ursprüngliche Funktion des Gewässers zurück: Es diente dem historischen Wasserwerk am Hochablass als Umgehungskanal, um Treibeis und Schlamm im Winter vom Wasserrad fernzuhalten und direkt in den Lech abzuleiten.Bauzeit & Ausmaße: Der Umbau zum Wildwasserkanal erfolgte zwischen Juli 1970 und Mai 1971. Die eigentliche Olympiastrecke hat eine Länge von 660 Metern, ist etwa 10 Meter breit und hat einen Wasserdurchfluss von ca. .
Infos
- DDR-Sportspionage: Um den bundesdeutschen Heimvorteil auszugleichen, besorgte sich die DDR geheime Baupläne der Strecke und baute bei Cainsdorf (Sachsen) eine verkleinerte Kopie im Maßstab 1:1 nach, um im Geheimen zu trainieren. Die Strategie ging auf: Die DDR gewann 1972 alle vier olympischen Goldmedaillen im Kanuslalom.
- UNESCO-Weltkulturerbe: Der Eiskanal ist seit 2019 offizieller Bestandteil des anerkannten UNESCO-Weltkulturerbes „Augsburger Wassermanagement-System“. Er wird bis heute intensiv für internationale Wettkämpfe und als Leistungssportzentrum genutzt.
Bilder
11.9.1972: Kanuslalomstrecke während der Wettkämpfe
Olympiazentrum Schilksee, Kiel
Verschiedenes
Fußball-Vorrunden und Zwischenrunden
- Nürnberg: Städtisches Stadion (heute Max-Morlock-Stadion)
- Augsburg: Rosenaustadion
- Ingolstadt: ESV-Stadion (am 31.8.1972 gewinnt Deutschland hier 7:0 gegen die USA, u.a. mit Ottmar Hitzfeld und Uli Hoeneß)
- Passau: Drei-Flüsse-Stadion
- Regensburg: Jahnstadion
Handball-Vorrunden (Feld / Halle)
- Augsburg: Sporthalle Augsburg
- Ulm: Donauhalle
- Göppingen: Hohenstaufenhalle
- Böblingen: Sporthalle Böblingen
Radsport
- 100km Manschaftszeitfahren: Autobahn A95, Start/Ziel im Bereich zwischen den Anschlusssstellen Schäftlarn und Kreuz Starnberg
- Einzelwettbewerb: 8 Runden eines 22,5km langen Kurses bei Grünwald:

Prominenteste Sportler
- Schwimmer Mark Spitz (geb. 1950, USA) errang sieben Goldmedaillen - jeweils in Weltrekordzeit! Nach den Spielen trat er im Alter von 22 Jahren vom Leistungssport zurück.
- Schwimmerin Shane Gould (geb. 1956, Australien) drei Gold- und je eine Silber- und Bronzemedaille. Sie beendete im Alter von 16 Jahren nach den Spielen ihre Karriere.
- Kunstturner Sawao Kato (geb. 1946, Japan) mit drei Gold- und einer Silbermedaille. Er gewann 1976 erneut Goldmedaillen, wurde dann Professor für Gesundheit und Sportwissenschaften.
- In Weltrekordzeit und Gold im 400 Meter Hürdenlauf:John Akii-Bua (1949-1997, Ugnada). Der erste Mann der die 400m Hürden unter 48s lief. Er gilt als Erfinder der Stadionrunde, die er nach seinem Sieg absolvierte
- Publikumsliebling: Die Turnerin Olga Korbut (geb. 1955, UDSSR) mit drei Gold- und einer Silbermedaille. Sie führte bei Ihrer Kür am Stufenbarren einen Rückwärtssalto von der oberen Stange aus, der bald daraufhin wegen seiner Gefährlichkeit verboten wurde Korbut-Salto
Deutsche Goldmedaillengewinner
- Heide Rosendahl (geb. 1947) mit zwei Gold- (Weitsprung mit 6,78m, 4 x 100 Meter) und mit einer Silbermedaille (Fünfkampf). Sie war die populärste deutsche Sportlerin.

- Hildegard Falck (geb. 1949). Falck war in den beginnenden 70er Jahren die stärkste Läuferin über die 800m und lief 1971 als erste Frau die 800m unter zwei Minuten. In einem äußerst spannenden Finale läuft sie in 1:58:6 zur Goldmedaille.

- Ulrike Meyfarth: Meyfarth sprang als eine der wenigen in der Flop Technik, und erreichte bereits bei 1,90m den Olympiasieg. Sie ließ aber die Weltrekordhöhe von 1,92m auflegen und meisterte diese. Bei 1,94m scheiterte sie dreimal.

- Speerwerfer Klaus Wolfermann (1946 - 2024). Wolfermann erreichte im fünften Wurf 90,48m, der favorisierte Janis Lusis aus der Sowjetunion (Lettland) erreichte im sechsten Wurf 90,46m. 2cm machten den Unterschied!

- Geher Bernd Kannenberg (1942–2021). Kannenberg stammte aus Königsberg und überlebte den Untergang der Wilhelm Gustloff, war erst seit 1969 Profigeher, vorher machte er nur Volksläufe. In der ersten Hälfte der siebziger Jahre war er äußerst erfolgreich.

- Boxer Dieter Kottysch (1943–2017). Kottysch siedelte 1956 mit seiner Mutter aus Polen nach Hamburg über. Die Goldmedaille im Halbmittelgewicht war sein größter sportlicher Erfolg

- Dressurreiterin Liselott Linsenhoff (1927–1999). Linsenhoff war neben Josef Neckermann über Jahrzehnte die bestimmende Dressurreiterin in Deutschland. Sie gewann Gold in im Dressurreiten und eine Silbermedaille mit der Mannschaft.

- Skeetschießen Konrad “Conny” Wirnhier (1937-2002). Wirnhier war selbst Büchsenmachermeister und errang die Goldmedaille im Skeet-Schießen mit einer selbst gebauten Waffe. Er war folgend langjährig in der Ausbildung von Sportschützen tätig.

Design
Otl Aicher und Mitarbeiter prägten das visuelle Bild der Spiele, Günter Behnisch und sein Büro die Architektur der Spiele
Ein heiteres Fest, das Sport, Design und Kunst vereint, hatten sie im Sinn. Gestalter unterschiedlicher Disziplinen konzipierten fröhlich bunte Sommerspiele. In München sollte sich ein offenes, rundum erneuertes Deutschland präsentieren. An der Vorstellung, dass zu einer Erneuerung der Bundesrepublik auch neues visuelles Image unerlässlich sei, bestand unter Architekten und Designern kein Zweifel
Ästhetische Zurschaustellung vertrug sich nicht mit der Idee der Spiele. Das hervorragende Kriterium war der Gebrauchswert, nicht der Schauwert.
Beispiele

Fotos während der Spiele
Blick auf die Olympiahalle
Das Maskottchen Waldi
Die Entstehungsgeschichte ist hier dokumentiert.

Vergessenes Detail: Der Marathon-Kurs von 1972 wurde exakt in der Form von Waldi entworfen! Der Kopf des Dackels lag in der Innenstadt, die Pfoten im Olympiapark. Die Läufer liefen quasi die Silhouette des Hundes ab. Den Marathon gewann Frank Shorter. Krios war, dass kurz zuvor einStudent, Norbert Sudhaus, gekleidet in ein gefälschtes Leichtathletik-Trikot eingelaufen war. Das Publikum dachte, der Sieger sei da, und feierte ihn frenetisch. Sudhaus absolvierte fast eine ganze Stadionrunde, bevor Sicherheitskräfte begriffen, dass er ein Hochstapler war, und ihn vom Feld führten. Als der eigentliche Sieger Frank Shorter das Stadion betrat, schallten ihm Pfiffe und Verwirrung entgegen – das Publikum pfiff nicht ihn aus, sondern war genervt vom Sicherheitsdienst. Shorter verstand die Welt nicht mehr, gewann aber trotzdem Gold.
Abschlussfeier
Die Abschlussfeier der XX. Olympischen Sommerspiele fand am 11. September 1972 im Olympiastadion München statt. Aufgrund des Attentates einen Tag später als ursprünglich geplant.
Das Organisationskomitee um Willi Daume strich aus Respekt vor den Opfern sämtliche fröhlichen und ausgelassenen Showelemente, Tanzaufführungen sowie das geplante große Abschlussfeuerwerk.
Der Regenbogen über dem Olympiasee
Anmerkungen:
- Die Installation: Es handelte sich um einen etwa 440 Meter langen Ballonschlauch aus dünnem Polyethylen. Er bestand aus fünf einzelnen Schläuchen in den Farben des Regenbogens, die mit Helium gefüllt waren und über dem Olympiapark schwebten.
- Der Anlass: Die Aktion fand während der Schlussfeier am 11. September 1972 statt. In dem Moment, als das olympische Feuer erlosch und die Beleuchtung im Stadion gedimmt wurde, strahlte der Regenbogen hell über dem See und dem Stadion.
- Die Symbolik: Der Regenbogen war als bewusstes Gegenbild zum „Lichtdom“ der Spiele von 1936 in Berlin konzipiert. Er sollte die Ideale der Freiheit, Hoffnung und Verbindung zwischen den Menschen symbolisieren.
MISC
Trimm-Dich
Mit der Bewerbung für die Spiele hat sich auch die sog. “Trimm-Dich”-Bewegung etabliert. Nach den olympischen Wettkämpfen stand ein großer Teil der eigens für Olympia errichteten Anlagen in München dem Hochschul- und Breiten- bzw. Freizeitsport zur Verfügung
Basketball-Finale (USA vs. UdSSR)**
Die wohl umstrittensten 3 Sekunden der Sportgeschichte. Die USA hatten seit Einführung von Basketball bei Olympia (1936) jedes Spiel gewonnen. Im Finale 1972 führte die USA 3 Sekunden vor Ende mit 50:49. Durch verwirrende Schiedsrichter- und Zeitnehmerentscheidungen wurden die letzten 3 Sekunden dreimal wiederholt, bis die UdSSR den Siegkorb erzielte. Die USA verweigerten aus Protest bis heute die Annahme ihrer Silbermedaillen (sie liegen bis heute im IOC-Tresor in Lausanne).
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Quellen
Sind im Artikel verlinkt, weiterhin:
